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Bode: „Schreiben des Papstes bedeutet eine Öffnung der Kirche“

2016-04-19_Bode-kleinBischof bei der Mitgliederversammlung des Familienbundes
Das Schreiben von Papst Franziskus im Nachgang zur Familiensynode unter der Überschrift „Amoris laetitia“ habe seine Erwartungen bei weitem übertroffen, so Bischof Franz-Josef Bode im Rahmen der Mitgliederversammlung des Familienbundes am 19. April in der Katholischen LandvolkHochschule Oesede. Es beinhalte keine abschließenden Entscheidungen, mache aber eine Öffnung der Kirche deutlich, die gar nicht überbewertet werden könne.

Bischof Bode, der selbst als einer von drei Delegierten der deutschen Bischofskonferenz an der Familiensynode in Rom im vergangenen Herbst teilgenommen hatte, machte deutlich, wie vielfältig die Fragen der 170 Bischöfe zu Ehe und Familie gewesen seien. Das drücke sich auch in dem vor einigen Tagen erschienenen nachsynodalen Schreiben des Papstes aus. Darin werde an vielen Stellen dazu aufgerufen, die Lebenssituation der Menschen in ihrem jeweiligen Kulturkreis auch bei religiösen Fragen einzubeziehen und ihnen Gewissensentscheidungen zuzutrauen.

2016-04-19_Plenum-kleinMit Blick auf junge Paare hob Bischof Bode die Ehevorbereitung hervor. Dabei müsse es darum gehen, Positives hervorzuheben und Mut für den gemeinsamen Lebensweg zu machen. Es sei wichtig, den Mehrwert einer kirchlichen Trauung auch darstellen zu können, was sich in den täglichen Gesprächen oftmals als nicht so leicht darstelle.

Insgesamt, so Bode, ergebe sich durch die „Öffnung des Raumes“, die in dem päpstlichen Schreiben vorgenommen werde, eine große Chance für die Kirche. „Die Aufstellung von neuen Regeln und Gesetzen, wie sie einige nun vom Papst erwartet hätten, würde diese Chance zunichtemachen“, so Bode.

Heike Geers vom Vorstand des Familienbundes informierte die Delegierten auch über die Kampagne „Elternklagen“. Deren Ziel ist es, Familien wie im Steuerrecht auch bei den Beiträgen zur Sozialversicherung zu entlasten. Dazu sollen Kinderfreibeträge in den Sozialversicherungen eingeführt werden. Eltern sind aufgefordert, bei ihrer Krankenkasse Widerspruch gegen die Beitragshöhe in der gesetzlichen Pflege-, Renten- und Krankenversicherung einzulegen, weil sie nicht verfassungskonform seien. Heike Geers wies dazu auf die Kampagnenseite www.elternklagen.de hin, auf der sich weitere Hinweise und Musterschreiben für den Widerspruch befinden.

Außerdem beschlossen die Delegierten einstimmig, den Vorstand mit der Vorbereitung einer Satzungsänderung zu beauftragen. Ziel ist es, dass der Familienbund künftig nicht mehr von einem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden, sondern von gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern geführt wird. Manfred Holtermann, aktuell Beisitzer im Vorstand, hob hervor, so eine Struktur entspreche auch einem modernen Familienbild.