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Geschäftsmäßige Suizidbeihilfe unter Strafe stellen

Familienbund schreibt an Bundestagsabgeordnete
Der Familienbund der Katholiken im Bistum Osnabrück hat sich mit einem Schreiben zu den Regelungen im Bereich der Suizidbeihilfe an die Mitglieder des Bundestags aus der Region gewendet. Aus Anlass der am 6. November anstehenden Entscheidung des Parlamentes in dieser Frage nennt der Vorstand des Familienbundes „äußerste Bedenken“ gegenüber der Straffreiheit einer geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe.

Der Familienbund habe sich auch im Kontext der Beratungen seines Bundesverbandes intensiv mit der Frage befasst, so der Inhalt des Schreibens. Mit der Entscheidung über die Suizidbeihilfe sei für ihn die grundlegende Frage verbunden, wie sich die Politik und Gesellschaft zum Wert des menschlichen Lebens stellten. In diesem Zusammenhang halte man die Straffreiheit einer geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe für äußerst bedenklich.

Der Familienbund betont, dass man großen Respekt vor der Sachlichkeit und Ernsthaftigkeit habe, mit der diese Thematik über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg diskutiert und in der Orientierungsdebatte sowie in der ersten Lesung des Bundestages beraten worden sei. Der Familienbund lehne alle Formen der auf Wiederholung angelegten Beihilfe zum Suizid ab. Es sei unverzichtbar, dass alle Formen der auf Wiederholung angelegten Beihilfe zum Suizid unter Strafe gestellt würden.

Zudem weist der Familienbund darauf hin, dass die Perspektive der Familien in der aktuellen Debatte um die Sterbebegleitung zu kurz komme. Er fordere eine stärkere Anerkennung und eine bessere Honorierung der Rolle der Familien bei der Sterbebegleitung. Dazu bedürfe es guter gesellschaftlicher, rechtlicher und infrastruktureller Rahmenbedingungen.

Zur Unterstützung von Sterbenden und ihren Familien fordert der Familienbund, die palliativmedizinische Versorgung flächendeckend auszubauen und Angebote von ambulanten und stationären Hospizdiensten zu vergrößern. Zudem sei eine Stärkung der Sterbe- und Trauerkultur notwendig.